Weniger Diversität bei den MINT-Studierenden

Vielfalt nach Herkunft und Geschlecht kennzeichnet ein offenes Wissenschaftssystem. In den MINT-Fächern ist sie zudem eine Möglichkeit, Talentreserven zu heben und nachhaltig für ausreichend Fachkräfte für Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu sorgen.


Für internationale Studierende bietet der deutsche Arbeitsmarkt gerade in den MINT-Fächern gute Berufsperspektiven. So steigen auch die Studienanfängern aus dem Ausland deutlich an. Aber gemessen an allen Studierenden ist der Anteil internationaler Studierender dennoch rückläufig. Die Diversität in den Studiengängen geht zurück. Frauen studieren seltener als Männer ein MINT-Fach, das gilt insbesondere für die Ingenieurwissenschaften. Trotz zahlreicher Programme an Schulen und Hochschulen hat sich an dieser Schieflage wenig verändert. Im Gegenteil: Viele Indikatoren für Diversität sind rückläufig. In den MINT-Fächern sinkt der Anteil an ausländischen Studierenden ebenso wie der Anteil von Frauen in den naturwissenschaftlichen Fächern.


Diversität Naturwissenschaften bei Frauen oft weniger beliebt
Nur fünf der 16 Bundesländer konnten zwischen den Jahren 2008 und 2013 den Anteil von Frauen in den MIN-Fächern steigern: Thüringen, Hessen, Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein. Den stärksten Rückgang verzeichneten hier zwei Bundesländer, deren Anteil an weiblichen MIN-Studierenden jedoch insgesamt sehr hoch ist: Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Insgesamt messen acht Indikatoren die Diversität in den MINT-Fächern. Neben dem Frauenanteil wird auch der Anteil internationaler Studierender, in MIN und T, im Jahr 2013 und im Zeitablauf verglichen. Die besten Ergebnisse im Handlungsfeld Diversität erreichen Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Am unteren Ende liegen Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.







Frauen in den MIN-Fächern
Veränderung des Anteils 2008-2013 (in Prozent)
Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen