Hochschulstrategien zur Gründungsförderung

Gründungsförderung sollte Teil einer hochschulweiten Transferstrategie sein, die festlegt, wie die Hochschule Wissen und Technologien für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar machen will. Doch nur etwa jede dritte Hochschule verfügt über eine solche Strategie.


Eine übergeordnete Transferstrategie gibt es besonders häufig an Hochschulen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein hat eine Mehrheit der akademischen Einrichtungen in einer Strategie festgelegt, wie sie ihre wissenschaftlichen Ergebnisse in die Gesellschaft übertragen will, etwa auch durch die Förderung von wissensintensiven Ausgründungen. In Nordrhein-Westfalen besitzt hingegen nicht einmal jede vierte Hochschule eine Transferstrategie. Und keine von den am Gründungsradar beteiligten Hochschulen des Saarlandes hat Regeln und Hinweise für die Transferaktivitäten veröffentlicht.

Forschung und Lehre bilden immer noch den Kern einer Hochschule. Das spiegelt sich auch in den persönlichen Verantwortlichkeiten der Leiter wider. Nahezu jede Hochschule hat Vizepräsidenten oder Prorektoren, die jeweils für Lehre und Forschung zuständig sind. Auch andere Aufgaben, von internationalen Forschungskooperationen bis hin zur Weiterbildung, können durch personelle Zuordnungen und klare Zuständigkeiten in der Hochschulleitung verankert werden.

Die Möglichkeit, solche Verantwortlichkeiten für die Gründungsförderung zu schaffen, nutzen vor allem die Hochschulen in Berlin, Bremen, Hessen und Sachsen. Hier hat etwas mehr als jede vierte Hochschule ein Mitglied der Hochschulleitung, das sich explizit mit der Gründungsförderung befasst. Im Gegensatz dazu findet sich in Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland und Thüringen kein einziger Vizepräsident oder Prorektor mit der Aufgabenbeschreibung Gründungsförderung.