Betreute Gründungsvorhaben

      Mitarbeiter in der Gründungsförderung (Grafik)


        Mitarbeiter in der Gründungsförderung

        Stellen (Vollzeitäquivalent) je 1.000 Hochschulmit-
        arbeiter, Abweichungen vom Durchschnitt (0,4 Stellen)

        Beispiel: In Sachsen gibt es 0,9 Stellen in der
        Gründungsförderung je 1.000 Mitarbeiter, also 0,5
        mehr als im Länderdurchschnitt.

        Quelle: Statistisches Bundesamt



Im Jahr 2012 betreuten die Hochschulen, die an der Befragung zum Gründungsradar teilgenommen haben, im Durchschnitt über 30 Gründungsvorhaben je Hochschule. Diese reichen von eher standardisierten Ausgründungen in einigen freien Berufen bis zu aufwändigen interdisziplinären und technologieintensiven Gründungsprojekten.

Gemessen an der Größe der Hochschulen hat
Brandenburg mit großem Abstand die meisten
Gründungsvorhaben. Auf 1.000 Studierende kommen 
hier im Durchschnitt der Hochschulen mehr als 20
betreute Gründungsvorhaben. Es folgen die Hochschulen
in Schleswig-Holstein mit durchschnittlich noch rund zehn Gründungsvorhaben je 1.000 Studierende. Damit liegen
beide Bundesländer klar über dem Länderdurchschnitt
von etwa sechs Vorhaben. Weniger als die Hälfte des
Durchschnittswerts erreichen dagegen Bayern, Bremen, 
Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und
Sachsen-Anhalt.

Viele Gründungsvorhaben bedeuten nicht zwangsläufig, dass viele Mitarbeiter an der Hochschule mit deren Betreuung befasst sind. Im Bundesländerdurchschnitt kommt auf 1.000 Hochschulmitarbeiter in Verwaltung und beim wissenschaftlichen Personal nicht einmal eine halbe Stelle in der Gründungsförderung. An den meisten, auch großen Hochschulen ist also nur eine kleine Gruppe von Mitarbeitern mit der Beratung von Gründungsvorhaben beschäftigt.

Die Betreuungsintensität und der Betreuungsaufwand können jedoch sehr unterschiedlich sein. Gründungen von Teams aus unterschiedlichen Disziplinen, deren innovatives, oft technologiebasiertes Vorhaben eine Reihe von Finanzierungs- und rechtlichen Fragen beinhaltet, verlangen einen hohen Beratungsaufwand. Gegebenenfalls müssen Fragen des geistigen Eigentums geklärt, Unternehmenspartner und Investoren gefunden werden. Eine entsprechend hohe Beratungsintensität kann erklären, warum die sächsischen Hochschulen am meisten Personal für die Gründungsförderung abstellen, obwohl sie nur durchschnittlich viele Gründungsvorhaben betreuen. Der Anteil der Mitarbeiter in der Gründungsförderung ist hier fast doppelt so hoch wie der Bundesländerdurchschnitt. Im Gegensatz dazu landet Baden-Württemberg mit ähnlich vielen Gründungsvorhaben auf dem vorletzten Platz bei der relativen Anzahl von Hochschulmitarbeitern in der Gründungsförderung.


Finanzielle Unterstützung von Gründungsvorhaben

Eine finanzielle Unterstützung, beispielsweise durch eine Beteiligung, ist nur bei relativ wenigen Hochschulen üblich. Das mag auch daran liegen, dass dies für die Hochschulen sowie die zugehörigen Landesministerien noch neues Territorium ist. Studien zeigen, dass Aktivitäten in diesem Bereich stark von der Unterstützung durch die Hochschulleitung und eine gewisse Risikofreude sowie Verwertungsfreudigkeit abhängen.

Ein prosperierendes Umfeld scheint es den Hochschulen eher zu ermöglichen, hier aktiv zu sein. Denn in den wirtschaftlich starken Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Hessen leisten die Hochschulen überdurchschnittlich häufig Hilfe bei der Gründungsfinanzierung. Aber auch in Bremen, Niedersachsen und insbesondere Mecklenburg-Vorpommern unterstützt mindestens jede vierte Hochschule die Gründungen bei der Akquise von Kapitalgebern.