Ausgründungen

      Ausgründungen (Grafik)


        Ausgründungen

        Gründungen je 1.000 Studierende,
        Abweichungen vom Durchschnitt (2,6 Gründungen)

        Beispiel: In Schleswig-Holstein gibt es 8,5 Gründungen
        je 1.000 Studierende, also 5,9 mehr als im
        Länderdurchschnitt.

        Quelle: Berechnungen auf Basis des Gründungsradars





Die im Gründungsradar erfassten Hochschulen berichteten von 1.145 Ausgründungen im Jahr 2012. Im Durchschnitt der Hochschulen kommen rund zwei Gründungen auf 1.000 Studierende, wobei die Gründer selbst Studierende, Absolventen oder Mitarbeiter der Hochschule sein können.


Eine hohe Zahl von Ausgründungen in einer Hochschulregion bedeutet jedoch nicht automatisch einen großen ökonomischen Effekt in Form von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen. Denn die Art der Gründungen unterscheidet sich deutlich. Zudem erfassen viele Hochschulen die Gründungen, die von ihrer Einrichtung ausgehen, nur unzureichend. Jede dritte Hochschule aus dem Gründungsradar kann keine Aussage zur Zahl ihrer Ausgründungen machen. In der Folge sind die Ergebnisse für sechs Bundesländer nicht sinnvoll auszuwerten.
Dennoch ist die Gründerquote ein erster Indikator dafür,
wie erfolgreich sich Gründungsförderung in der Hochschule in tatsächliches Gründungsgeschehen überträgt.

Für die zehn berücksichtigten Bundesländer gilt: Die meisten Ausgründungen, gemessen an der Zahl der Studierenden, gibt es in Schleswig Holstein. Auf 1.000 Studierende kommen etwa acht Gründungen, sechs mehr als im Durchschnitt. In Sachsen sind es mehr als vier neue Unternehmen, die sich aus der Hochschule heraus entwickelt haben. Ähnlich gut schneidet noch Brandenburg ab. Am unteren Ende der Skala liegen die Hochschulen aus Bremen und Rheinland-Pfalz. Pro 1.000 Studierende entsteht hier weniger als ein neues Unternehmen.

Die ungleiche geografische Verteilung der Ausgründungen ist Folge der Hochschulstrukturen und des Gründergeistes vor Ort. Sie lässt sich jedoch eher nicht auf regional unterschiedlich starke öffentliche Gründungsförderung zurückführen. Denn Fördermittel erreichen nur eine kleine Zahl ausgewählter Gründungsvorhaben. Auf 1.000 Studierende kommen rund 0,3 erfolgreiche Förderanträge bei EXIST und vergleichbaren Förderprogrammen. Damit ist die Zahl der betreuten Gründungsvorhaben etwa 20 Mal größer als die Zahl der geförderten Projekte. Einzige Ausnahme: In Sachsen beträgt das Verhältnis nur eins zu vier. Die Erfolgsquote bei der Gewinnung von Fördermitteln ist damit im östlichen Freistaat um ein vielfaches höher als in den übrigen Bundesländern.