Öffentliche Förderung

Öffentliche Förderung (Deutschlandkarte)


BewertungSpitzengruppe

Mittelgruppe

Schlussgruppe


abcdStatus Bund/Länder 2010
Veränderung Bund/Länder 2000-2010

Status international/EU 2010
Veränderung international/EU 2000-2010

27 Prozent aller Drittmittel an deutschen Hochschulen im Jahr 2010 und damit gut 1,6 Milliarden Euro sind auf die öffentliche Programmförderung in Deutschland zurückzuführen. Innerhalb dieser nationalen Programmförderung kommen allein 80 Prozent vom Bund und nur knapp zehn Prozent von den Ländern.


Die Gemeinden und die Bundesagentur spielen mit jeweils
weniger als einem Prozent kaum eine Rolle. Weitere zehn
Prozent aller Drittmittel, 609 Millionen Euro, kommen von
der EU und internationalen Organisationen. In absoluten
Zahlen hat sich die Förderung durch Bund und Länder
in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, die Förde-
rung der EU sogar verdreifacht.

Damit ist auch die Relevanz der öffentlichen Programm-
förderung für die Hochschulfinanzierung insgesamt
gewachsen. Der Anteil der Förderung durch Bund und
Länder ist von 3,9 Prozent (2000) auf 6,1 Prozent (2010)
der gesamten Hochschulfinanzierung gestiegen, die Dritt-
mittel der EU machten 2010 2,3 Prozent der Hochschul-
finanzierung aus. Im Jahr 2000 lag der Anteil der EU-
Drittmittel noch bei einem Prozent. Die Bundesländer
sind im Wettbewerb um öffentliche Programmförderung
allerdings sehr unterschiedlich erfolgreich.


Berlin und Sachsen sind Spitzenreiter
Berlin und Sachsen sind beim Einwerben von nationalen
sowie internationalen Fördergeldern sehr erfolgreich.
In diesen Ländern kommt ein Anteil von 13,9 Prozent
(Berlin) und 14,9 Prozent (Sachsen) im Verhältnis zu
den Grundmitteln aus der Programmförderung von Bund
und Ländern, bei jährlichen Veränderungsraten von gut
zehn (Sachsen) und gut zwölf Prozent (Berlin).

Die durchschnittliche Veränderung liegt bei 5,7 Prozent.
Die Bundesförderung, nicht die Förderung der Länder trägt
in erster Linie zu diesem Anstieg bei. Aber auch in der
internationalen Programmförderung überzeugen diese
beiden Länder. Sie erzielen einen europäischen Anteil von
5,4 Prozent (Berlin) und 7,1 Prozent (Sachsen) und Ver-
änderungsraten von 14 (Berlin) bzw. 23 Prozent (Sachsen).


Der Osten erfolgreicher als der Westen
Alle ostdeutschen Bundesländer weisen in der öffentlichen Programmförderung überdurchschnittliche jährliche Veränderungsraten seit dem Jahr 2000 auf und liegen auch mit ihren Anteilen an Drittmitteln aus der öffentlichen Programmförderung über dem Durchschnitt.

Während die ostdeutschen Bundesländer damit im Ergebnis in der Mittel- oder Spitzengruppe landen, zeigen sich deutliche Schwächen der westdeutschen Bundesländer im Drittmittelwettbewerb um öffentliche Programmfördergelder. Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland erzielen nur durchschnittliche Erfolge. Die Anteile und die Veränderungsraten sind unterdurchschnittlich. In die Spitzengruppe schafft es keines der westdeutschen Bundesländer.

Dieser Drittmittelerfolg der ostdeutschen Bundesländer in der öffentlichen Programmförderung kann zum Teil damit erklärt werden, dass der Bund im Betrachtungszeitraum gezielt Förderprogramme für diese Region ausgeschrieben hat. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 flossen in unterschiedlichen Förderlinien unter dem Dach "Unternehmen Region" knapp 1,3 Milliarden Euro in eine spezielle Förderung der ostdeutschen Bundesländer. Davon landete ein großer Anteil in den Hochschulen.


Entwicklung öffentlicher Drittmittel (Grafik)Hamburg Spitzenreiter bei internationalen Drittmitteln,
Schlusslicht bei nationaler Förderung

Auffällige Erfolgsunterschiede zeigen sich in Hamburg. Mit einem Anteil von 7,1 Prozent EU-Drittmitteln im Verhältnis zu den Grundmitteln belegt Hamburg im Jahr 2010 einen Spitzenplatz. Auch jährliche Wachstumsraten von 21 Prozent unterstreichen den Erfolg im europäischen Drittmittelwettbewerb.

In der nationalen Programmförderung belegt der Stadtstaat hingegen einen hinteren Platz. Lediglich 4,8 Prozent, bezogen auf die Grundmittel, kommen
aus der nationalen Programmförderung. Negative Veränderungsraten seit
dem Jahr 2000 ergänzen dieses Ergebnis. Insgesamt landet der Stadtstaat
damit beim Ländercheck in der Schlussgruppe der öffentlichen Programm-
förderung.

Thüringen ist das einzige Bundesland, das ähnlich große Erfolgsunterschiede in der öffentlichen Programmförderung zeigt. Ein Anteil von zehn Prozent, gemessen an den Grundmitteln, kommt in Thüringen von Bund und Ländern; mit jährlichen Veränderungsraten von über zwölf Prozent nimmt dieser Anteil deutlich zu.

Im Gegensatz dazu sind europäische Fördermittel mit einem Anteil von nur 1,3 Prozent und kleinen Veränderungsraten nicht relevant. Damit landet
Thüringen in der Kategorie öffentliche Programmförderung in der Mittel-
gruppe.



Indikatoren und Gewichtung der Kategorie "Öffentliche Programmförderung"


I.3
I.4
Drittmittel von Bund und Ländern (67%*)
Verhältnis Bund-Länder-Mittel zu Grundmitteln in Prozent, 2010
Jährliche Veränderungsrate Bund-Länder-Mittel zu Grundmitteln 2000 bis 2010

I.5
I.6

Drittmittel von EU und internationalen Organisationen (33%*)
Verhältnis EU-/internationale Mittel zu Grundmitteln in Prozent, 2010
Jährliche Veränderungsrate EU-/internationale Mittel zu Grundmitteln in Prozent, 2000 bis 2010

* Die Gewichtung orientiert sich an dem Anteil dieses Drittmittelgebers an dem Gesamtvolumen der Kategorie
   "Öffentliche Programmförderung".