Allgemeine Entwicklung der Drittmittel

Das Volumen der Hochschulfinanzierung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt mittlerweile bei knapp 26,5 Milliarden Euro. Dies umfasst alle Grund- und Drittmittel der Hochschulen. Der kontinuierliche Zuwachs der Hochschulfinanzierung ist auf einen Anstieg beider Finanzierungsquellen zurückzuführen.


Die Drittmittel sind dabei neben der Grundfinanzierung die zweite wichtige Säule der Hochschulfinanzierung. 5,9 Milliarden Euro nahmen die Hochschulen im Jahr 2010 an Drittmitteln ein. Der Anteil der Drittmittel an allen Grund- und Drittmittel- einnahmen ist im Bundesdurchschnitt von 15 Prozent im Jahr 2000 auf über 22 Prozent im Jahr 2010 angewachsen.

Zu diesem steigenden Anteil an Drittmitteln hat eine Erhöhung des Volumens aller Drittmittelgeber beigetragen – der staat-
lichen und privaten. Allerdings wuchsen die Drittmittelvolumina unterschiedlich stark – das zeigt sich an der Zusammensetzung der Drittmittel: Die DFG war und ist der wichtigste Drittmittelgeber für Hochschulen. 34 Prozent aller Drittmittel kamen 2010 von der DFG, 27 Prozent von Bund und Ländern, 21 Prozent von der Wirtschaft, zehn Prozent von der EU und internationalen Organisationen sowie sieben Prozent von Stiftungen. Der Vergleich mit dem Jahr 2000 zeigt, dass der Drittmittelanteil aus der Wirtschaft zurückgegangen ist. Die von Unternehmen vergebenen Hochschulmittel sind zwar gestiegen, jedoch weniger stark als die Mittel aus anderen Quellen.


 Grund- und Drittmittel nach Gebern, 2000 bis 2010

  Anteil der Grund- und der Drittmittel an allen Hochschulmitteln in Prozent und Volumen in
  Milliarden Euro (ohne Verwaltungseinnahmen) 2000 und 2010;
  Anteil der Drittmittelgeber an allen Drittmitteln 2000 und 2010 in Prozent

  Grund- und Drittmittel nach Gebern, 2000 bis 2012

  Quelle: Statistisches Bundesamt

Drittmittel sind in unterschiedlichem Maße essentiell für die Aufgabenerfüllung in Forschung und Lehre. Bei einigen Hochschulen liegt der Drittmittelanteil deutlich höher als im Durchschnitt. Drei Beispiele: Die TU Berlin bestritt im Jahr 2010 37 Prozent ihrer Ausgaben über Drittmittel, bei der Universität Heidelberg waren es 34 Prozent und bei der RWTH Aachen lag dieser Wert bei 41 Prozent, jeweils ohne Medizin. Forschung und Lehre werden an diesen Hochschulen also zu mehr als einem Drittel drittmittelfinanziert.

Neben der finanziellen Bedeutung sind Drittmittel vor allem eine Geldquelle, die mit einer hohen Reputation verbunden ist und als Aushängeschild der Leistungsfähigkeit einer Hochschule gilt. Denn Drittmittel werden im wissenschaftlichen Wettbewerb eingeworben: bei der Exzellenzinitiative, bei der Forschungsförderung von Bund, Ländern und Europäischer Union wie auch bei Stiftungen und Unternehmen.